Britt Wildemann gewinnt Oskar und Helene-Medizinpreis 2011


Britt Wildemann, Professorin am Berlin-Brandenburg Centrum für Regenerative Therapien (BCRT) und am Julius Wolff Institut der Charité – Universitätsmedizin Berlin, erhält zusammen mit Gerhard Schmidmaier, Professor am Universitätsklinikum Heidelberg den diesjährigen Oskar und Helene-Medizinpreis. Mit der € 50.000 dotierten Auszeichnung der Oskar-Helene-Heim Stiftung werden die Biologin und der Mediziner für ihre wegweisenden Forschungsergebnisse zur Stimulation der Knochenheilung bei Frakturen geehrt.

Die Biologin und der Unfallchirurg erforschen seit über 10 Jahren Methoden zur Stimulation der Knochenheilung. Für Mediziner stellt die verminderte Knochenheilung nach Brüchen oder operativen Eingriffen bis heute eine schwerwiegende Problematik dar. Bis zu 30 Prozent der Patienten erleiden Heilungsstörungen, die den Wiederaufbau von gesundem Knochengewebe verhindern oder verringern und zu starken Beeinträchtigungen im Alltag bis hin zur Berufsunfähigkeit führen können.

Heilungsstimulierende Faktoren können die Regeneration von Organen und Geweben positiv unterstützen. Britt Wildemann und Gerhard Schmidmaier konnten nachweisen, dass das heute zugelassene Protein BMP-2 die verzögerte Knochenheilung positiv beeinflusst und weitere biologische Prozesse zur Heilung anregt. Um nichtgewünschte Nebenwirkungen an anderen Organen zu verhindern, entwickelten die Wissenschaftler eine spezielle Beschichtung für Implantate. Diese Beschichtung enthält Wirksubstanzen und Antibiotika, die über einen definierten Zeitraum lokal am Wirkort freigegeben werden und die Heilungsprozesse des Knochens anregen. Die von den Wissenschaftlern entwickelte antibiotikahaltige Beschichtung ist heute zur Infektprophylaxe für den Pateinten zugelassen.

"Beide Preisträger haben nachhaltig zur Stimulation der Knochenheilung bei Frakturen und der Osteointegration von Endoprothesen gearbeitet und entsprechende Ergebnisse vorgelegt, die hochrangig national und international publiziert wurden. Knochenheilungsstörung ist ein zunehmendes Problem der heutigen alternden Gesellschaft, welches eine Herausforderung für die Therapeuten darstellt. Die vorgelegten Arbeiten zeigen Wege auf, wie eine Therapieverbesserung möglich ist," begründete Professor Dr. Reiner Gradinger, Ärztlicher Direktor am Klinikum rechts der Isar der TU München und Direktor der Orthopädischen und Unfallchirurgischen Klinik, und Mitglied der diesjährigen Jury die Entscheidung.

Britt Wildemann forschte in Berlin, Hannover und den USA und wurde 2005 an der Charité habilitierte. Im Jahr 2009 erhielt sie einen Ruf auf die Professur für Biologische Grundlagen der Muskuloskeletalen Regeneration an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und leitet das Team "Stimulation der Knochenheilung" am Julius Wolff Institut. Gerhard Schmidmaier, der in München und Berlin studierte und arbeitete, wechselte Anfang 2010 von der Charité – Universitätsmedizin Berlin an das Universitätsklinikum Heidelberg und leitet nun die Sektion Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Der Oskar und Helene-Medizinpreis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal von der Stiftung Oskar-Helene-Heim verliehen, die sich der Förderung von Wissenschaft und Forschung in der Medizin, insbesondere der Orthopädie, der Lungenheilkunde, Gastroenterologie und Viszeralchirurgie  sowie der Orthopädietechnik widmet. Die Auszeichnung steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professor Dr. Annette Schavan und wurde am 27.10.2011 im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie verliehen.

Bildbeschreibung (v.l.n.r.):

Werner Ukas, Geschäftsführer Oskar-Helene-Heim

Prof. Dr. Gerhard Schmidmaier, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg – Preisträger

Prof. Dr. Ralf Kuhlen, Mitglied des Steuerungsgremiums für den Oskar und Helene-Medizinpreis

Prof. Dr. Britt Wildemann, Julius Wolff Institut und Berlin-Brandenburg Center für Regenerative Therapien der Charité – Preisträger

Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung








<- Back to: News & Events