Der Therapie von Typ-2-Diabetes ein Stück näher


26. Juli 2018
Fettleibigkeit (Adipositas) ist verbunden mit Fettgewebeentzündung, Insulinresistenz und der Entwicklung von Typ-2-Diabetes (T2D). Das Wissen darüber basiert jedoch in der Regel auf konventionellen Mausmodellen und präklinischen Studien, die selten in erfolgreiche Therapien umgesetzt werden. Dr. Julia Sbierski-Kind und weitere Forscher vom Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien (BCRT) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin sind nun einen anderen Weg gegangen und damit der Therapie von Typ-2-Diabethes ein Stück nähergekommen.

Statt ihre Mausstudien konventionell, das heißt in einem von Krankheitserregern freien Umfeld, durchzuführen, untersuchten die Forscher die Auswirkungen des Umfelds und die durch Krankheitserreger erworbene Immunität (die sogenannte adaptive Immunität) auf metabolische Krankheitsprozesse während einer fettreichen Diät. „Überraschenderweise hielten die Mäuse in dem nicht speziell keimfreien Umfeld erhöhte Insulinspiegel aufrecht, um die Insulinresistenz zu kompensieren, was sich in einer Inselhyperplasie und einer verbesserten Glukosetoleranz im Vergleich zu den in keimfreien Umfeld untersuchten Mäusen widerspiegelte“, erklärt Erstautorin Sbierski-Kind. „Im Gegensatz dazu konnten wir höhere Anteile von Effektor / Gedächtnis-T-Zell-Untergruppen in Blut und Leber der nicht keimfrei lebenden Mäuse beobachten.“

Für die Überführung der Grundlagenforschung in die therapeutische Praxis – die sogenannte Translation – ist die Studie beispielhaft. „Sie kann ein Werkzeug zur Entdeckung therapeutischer Targets für immunbasierte Interventionen bei Patienten mit Typ-2-Diabethes sein“, fasst Mitautor der Studie und Direktor des BCRT Professor Dr. Hans-Dieter Volk zusammen.

Originalveröffentlichung: „Distinct Housing Conditions Reveal a Major Impact of Adaptive Immunity on the Course of Obesity-Induced Type 2 Diabetes“








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